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Auf Montage muss der Chef ab jetzt die Unterkunft stellen – und bezahlen


Münster, 10.01.2017
Im Container übernachten und das auch noch selbst bezahlen – damit ist jetzt Schluss. Für
die rund 1.900 Münsteraner Bauarbeiter gilt bei „Arbeitsstellen ohne tägliche Heimfahrt“: Ab
Januar muss der Chef die Unterkunft nicht nur stellen, sondern auch komplett dafür
aufkommen. Anders als bislang darf er dafür nichts von der sogenannten „Auslöse“
abziehen. Das teilt die IG Bauen-Agrar-Umwelt mit. Von der Neuregelung profitiert nach
Gewerkschaftsangaben ein Großteil der 125.500 Bauarbeiter in Nordrhein-Westfalen.

Die Regelung ist Teil des Tarifvertrags für das Bauhauptgewerbe, den IG BAU und
Arbeitgeberverbände im vergangenen Jahr unterzeichnet haben. Darin ist für Auswärts-Jobs auch eine Verpflegungspauschale von 24 Euro pro Arbeitstag festgeschrieben. Per Betriebsvereinbarung kann sie bis auf 28 Euro erhöht werden. Berkes: „Dort, wo es starke Betriebsräte und viele Gewerkschaftsmitglieder gibt,assen sich mit einer Betriebsvereinbarung sogar die Standards der Unterkunft regeln – zum Beispiel ein Anspruch auf ein Einzelzimmer.“

Bisher galt bei der Bau-Unterkunft: Wer mehr als einen Tag für den Betrieb unterwegs war, der bekam vom Arbeitgeber eine „Auslöse“ von 34,50 Euro pro Kalendertag und musste davon häufig selbst die Unterkunftskosten bestreiten. „Zu diesem Preis ein Zimmer in der Großstadt zu finden, war meist ein Ding der Unmöglichkeit“, berichtet Berkes. Und wenn der Chef die Unterkunft selbst organisierte, konnte er den Beschäftigten hierfür bis zu 6,50 Euro von der Tagespauschale abziehen – auch für den Bau-Container.

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