2014


Baustellen in Münster bekommen „warme Örtchen“

Zusatzheizung für Bau-Toiletten: Bis April gilt das „18-Grad-Warm-WC“


Münster, 19.11.2014
Es geht nichts über ein „warmes Örtchen“: Bauarbeiter in Münster können sich in diesem Winter zum ersten Mal über beheizte mobile Toiletten auf den Baustellen freuen. 18 Grad Celsius – das ist die jetzt vorgeschriebene „WC-Häuschen-Temperatur“. Geregelt ist dies in den aktuellen Arbeitsstätten-Regeln, so die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Das „Warm-WC“ mache Schluss mit dem Frieren auf der Baustellen-Toilette. „Es gehört Überwindung dazu, sich bei Frost auf eine eiskalte Brille zu setzen. Wenn ‚Toi Toi, Dixi & Co.‘ jetzt beheizt werden müssen, hat das Bibbern auf dem Örtchen endlich ein Ende“, sagt Wolfgang Berkes.

Der Bezirkschef der IG BAU Münster-Rheine geht nicht davon aus, dass die exakt vorgeschriebene „Toilettenkabinen-Temperatur“ auf den Baustellen in Münster penibel mit dem Thermometer nachgemessen wird. „Selbst dann, wenn es sich in der Praxis jetzt durchsetzt, dass eine Toilette am Arbeitsplatz kein Kühlschrank mehr sein darf, ist das schon ein Erfolg. Das betrifft neben den Baustellen übrigens auch den Garten- und Landschaftsbau“, so Berkes. Er appelliert an die Unternehmen in Münster, eine elektrische Zusatzheizung in den Kabinen von mobilen Toiletten zu installieren. Je nach Wetter müsse bis Ende April geheizt werden.

„Jedes mobile Baustellen-WC mit Notheizung ist allerdings auch nur eine Notlösung. Besser sind fest installierte Toiletten in Sanitärräumen oder ein Toiletten-Container“, macht Wolfgang Berkes deutlich. Der Chef der IG BAU Münster-Rheine erwartet, dass etliche Arbeitgeber in Münster in der Toilettenfrage jetzt umdenken: „Statt mobile WC-Kabinen aufwändig zu heizen, werden sie hoffentlich eher bereit sein, für ordentliche Toiletten zu sorgen.“ Schon deshalb sei das „18-Grad-Warm-WC“ gut, so Berkes.

Wenn eine Toilette auf dem Bau Tag für Tag benutzt werde, müsse diese auch täglich gereinigt werden. „Viele Arbeitgeber vergessen das leider. Schlimmer ist es aber, wenn sie gleich die ganze Toilette ‚vergessen‘. Immer wieder gibt es Baustellen, wo das mobile WC zu spät oder gar nicht aufgestellt wird“, berichtet Berkes. Die Bauarbeiter müssten sich dann im Fall der Fälle drum herum eine Toilette suchen und beispielsweise in der Nachbarschaft schellen. „Das geht gar nicht. Und deshalb gibt es für eine fehlende Toilette auch ein saftiges Bußgeld: 600 Euro kann es den Chef kosten, wenn er am Baustellen-WC spart“, so Berkes.

Der Bezirksvorsitzende der IG BAU Münster-Rheine macht zudem darauf aufmerksam, dass zu jeder Baustellen-Toilette auch ein Waschbecken gehöre. „Erst wenn dann auch Seife, Handdesinfektion und eine Hautpflege zum Einreiben der Hände da sind, ist die Sache perfekt“, sagt Wolfgang Berkes.

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