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Auf dem Bau brodelt es

Auf Westfalens Baustellen fangen die Kollegen vor Wut an zu kochen!


23.04.2018
Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im Bauhauptgewerbe werden für gescheitert erklärt. Nach nun fünf Verhandlungstagen sind die Industriegewerkschaft Bauen Agrar Umwelt und die Arbeitgeberverbände ergebnislos auseinander gegangen. Auch auf den heimischen Baustellen machte das drohende Scheitern der Verhandlungen schnell seine Runde.

In den letzten Tagen konnte sich die Gewerkschaft mit über 200 Aktiven der Region Westfalen in Konferenzen beraten. Neben Aktionen rund um die Schlichtung wird auch die angespannte Stimmung immer deutlicher.

„Auf dem Bau boomt es. Die Unternehmen können sich vor Aufträgen nicht mehr retten. Nun wollen die Beschäftigten auch einen ordentlichen Schluck aus der Pulle haben. Aber die Arbeitgeber blocken einen fairen Tarifabschluss. Wertschätzung für die geleistete Arbeit sieht für mich anders aus“, so Gewerkschafter Matthey weiter.

Die IG BAU fordert sechs Prozent mehr Lohn, einen Angleichungsschritt der Ost- an die Westlöhne und die Bezahlung der Wegezeiten zu den Baustellen. Zudem soll es einen Schritt zum vollen 13. Monatseinkommen geben sowie sämtliche Kosten der Ausbildung sollen übernommen werden. Das Angebot der Arbeitgeber blieb weit dahinter zurück und spiegelt nicht die gute wirtschaftliche Situation und den real existierenden Fachkräftemangel der Branche.
"Die Kolleginnen und Kollegen vom Bau sind zutiefst vom Verhalten der Arbeitgeber enttäuscht. Wir haben gemeinsam mit unseren Mitgliedern realistische Forderungen aufgestellt. Auf dem Bau wird gute Arbeit geleistet. Nun wollen die Beschäftigten auch etwas abbekommen“, so IG BAU Regionalleiter Bodo Matthey.

Auch Sven Bönnemann, stellvertr. Regionalleiter der IG BAU Westfalen ist schockiert vom Verhalten der Unternehmer.“ Wenn die Arbeitgeber gutes Personal wollen, müssen sie dafür schon eine Gegenleistung bringen. Es wird ständig argumentiert, dass etliche neue Jobs auf dem Bau geschaffen wurden. Ich frage mich, ob die Gegenseite uns für dumm verkaufen möchte? Ohne die vielen neuen Kolleginnen und Kollegen könnten die Aufträge gar nicht mehr geschafft werden. Die Branche boomt und die Gewinne sprudeln. Es scheint, als wollen die Arbeitgeber den Erfolg der Baubranche nicht mit ihren Beschäftigten teilen“, so Bönnemann.

Vor allem fehlende Wertschätzung und Respekt vermissen die heimischen Gewerkschafter. Aus diesem Grunde wird es nun in der gesamten Region Aktiventreffen geben. Dort werden die Gewerkschaftsmitglieder planen, wie sie ihren Forderungen mehr Nachdruck verleihen können.

Sollte es Anfang Mai keine Schlichtung geben, ist der Weg für einen Arbeitskampf frei. Nicht auszumalen, wie vor allem die Baustellen auf den Autobahnen aussehen, wenn die Beschäftigten ihre Arbeit niederlegen müssen.

„Unsere Mitglieder sind bereit für Streit. Den haben die Arbeitgeber mit ihrer Blockadehaltung provoziert. Wenn jetzt keine Bewegung in die Tarifauseinandersetzung kommt, dann müssen wir den nächsten Schritt gehen,“ so Bönnemann

4stats

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