2016 - Bauherren wollen 51,9 Millionen Euro in den Wohnungsbau investieren, aber nicht alle tun's

Bauherren wollen 51,9 Millionen Euro in den Wohnungsbau investieren, aber nicht alle tun's

Münster: Baugenehmigungen für 366 Wohnungen im 1. Quartal


Münster, 11.07.2016
Es wird gebaut: Für 366 Wohnungen gab es im ersten Quartal dieses Jahres in Münster eine Baugenehmigung. Die Bauherren und Investoren gaben dabei an, in den Bau von Wohnhäusern rund 51,9 Millionen Euro investieren zu wollen. Das teilt die IG BAU Münster-Rheine mit. Die Bau-Gewerkschaft beruft sich dabei auf aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

Doch die IG BAU warnt vor „zu großen Neubau-Fantasien“: „Nicht hinter jedem Bauantrag, der einen Stempel bekommt, steckt auch eine ernsthafte Bauabsicht. Oft werden Baugenehmigungen nur eingeholt, um damit den Wert des Baulands zu heben – um also die Grundstückspreise nach oben zu jubeln“, sagt Wolfgang Berkes.
Der Bezirkschef der IG BAU Münster-Rheine sieht beim Wohnungsneubau in Münster „noch Luft nach oben“. Insbesondere auch beim altersgerechten Umbau vorhandener Wohnungen bestehe noch „ein enormer Nachholbedarf“. Seniorengerechte Wohnungen seien nach wie vor „Mangelware“. Auch bei der energetischen Gebäudesanierung gebe es noch eine Menge zu tun. Berkes appellierte an Haus- und Wohnungseigentümer in Münster, hierbei die Förderprogramme der KfW intensiver zu nutzen. Die staatliche Förderbank (www.kfw.de) biete für den altersgerechten Umbau beispielsweise einen
zinsgünstigen Kredit von bis zu 50.000 Euro oder einen Investitionszuschuss von
maximal 6.250 Euro pro Wohneinheit.

Insgesamt sind, so die IG BAU, im vergangenen Jahr in Münster 1.355 Wohnungen neu gebaut worden – darunter 534 Eigentumswohnungen. „Der Wohnungsneubau ist die beste Mietpreisbremse. Jede Wohnung, die neu entsteht, zählt im System von
Wohnungsangebot und Mieternachfrage“, sagt Wolfgang Berkes. Um den
Wohnungsneubau attraktiver zu machen und ihm einen schnellen Impuls zu geben,
müsse es hier allerdings bessere steuerliche Anreize geben: Die lineare Absetzung für Abnutzung (kurz AfA) müsse von 2 auf 3 Prozent erhöht werden. In Ballungsräumen und Universitätsstädten, wo die Wohnungsnot besonders hoch sei, bedürfe es zusätzlicher Anreize für Investoren im Mietwohnungsbau. Diese Förderung müsse sich dann aber auch in den Mietpreisen niederschlagen. „Diese Botschaft müssen die heimischen Bundestagsabgeordneten mit nach Berlin nehmen“, fordert Berkes. Der Wohnungsbau werde auch im Bundestagswahlkampf im kommenden Jahr eine zentrale Rolle spielen, so der IG BAU-Bezirkschef.

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