Aus den Ortsverbänden - Experte gibt Tipps zur Rentenversicherung

Experte gibt Tipps zur Rentenversicherung


Warendorf, 03.06.2012
Großen Anklang fand die Mitgliederversammlung des Ortsverbands Kreis Warendorf der IG Bau Münster-Rheine am Montagabend in der Gaststätte West-End.
Die Gewerkschaft hatte als Redner Roland Schmitz von der Deutschen Rentenversicherung Westfalen (Münster) eingeladen. Mit Reformen ist das oft so eine Sache. Auf der einen Seite verspricht das Wort eine Verbesserung. Geht es jedoch beispielsweise um die soziale Absicherung, können Bürger mit Leistungseinschnitten rechnen. So auch beim Erwerbsminderungsreformgesetz, das 2001 auf den Weg gebracht worden war. Im Gegensatz zu den Jahren davor, da gab es eine Rente wegen Erwerbs oder Berufsunfähigkeit, heißt es nun „Rente wegen voller oder teilweiser Erwerbsminderung".

". Die Tücke stecke im Detail, erläuterte der Referent. So sei es nach der aktuellen Gesetzeslage beispielsweise einem Lehrer durchaus zuzumuten, als Pförtner zu arbeiten. Wenn bei einer teilweisen Erwerbsminderung der Arbeitsmarkt als „verschlossen" gelte, der Versicherte also keine Arbeit bekomme, könne er allerdings durchaus eine Rente wegen voller Erwerbsminderung bekommen. Von teilweiser Erwerbsminderung werde gesprochen, wenn der Arbeitnehmer mindestens drei, höchstens jedoch unter sechs Stunden täglich arbeiten könne. Volle Erwerbsminderung sei gegeben, wenn die Arbeitsfähigkeit unter drei Stunden täglich liege. Betroffen von Erwerbsminderung seien immer mehr junge Menschen, hauptsächlich wegen psychischer Erkrankungen.
Weiter stellte der Rentenexperte nicht nur die Altersrente mit ihren verschiedenen Formen, wie Regelaltersrente, Altersrente für langjährig Versicherte oder Altersrente für Schwerbehinderte dar, sondern gab auch einige
Tipps. So empfahl er Beschäftigten auf 400-Euro-Basis, sich von der Versicherungsfreiheit befreien zu lassen. „Die Differenz zum Arbeitgeberbeitrag zahlt der Versicherte selbst und das macht ungefähr 20 Euro im Monat aus." Eine durchaus sinnvolle Ausgabe, wie Schmitz erklärte. Insbesondere dann, wenn ein Anspruch auf Rente wegen voller oder teilweiser Erwerbsminderung geltend gemacht werden solle. Mindestens fünf Jahre lang müssten dafür Pflichtbeiträge gezahlt worden sein. Bei Antragstellung müssten zudem in den letzten drei Jahre ununterbrochen Beiträge gezahlt worden sein.

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