2012 - Hartz-Reform kein großer Wurf für Arbeitsmarkt in Münster

Hartz-Reform kein großer Wurf für Arbeitsmarkt in Münster

IG BAU zieht Bilanz: 3.470 Dauerbezieher von Hartz IV in Münster


Münster, 03.09.2012


Bilanz mit Schatten: „Für den Arbeitsmarkt in Münster waren die Hartz-Reformen nicht der große Wurf“, so Wolfgang Berkes. Der Vorsitzende der IG BAU Münster-Rheine sieht die vor zehn Jahren begonnene Arbeitsmarktreform mehr als kritisch. „Ein-Euro-Jobs, mehr Mini-Jobs und befristete Beschäftigungsverhältnisse sowie ein Boom bei Leih- und Zeitarbeit – das vermeintliche Jobwunder durch die Hartz-Reformen hat sich bei näherem Hinsehen als ‚mehr Schein als Sein’ entpuppt. Wo es tatsächlich eine Steigerung gegeben hat, ist der Niedriglohnbereich“, so Berkes. Zudem lebten durch Hartz IV viele Menschen am Rande des Existenzminimums. Für sie sei die „gelobte Arbeitsmarktreform“ zur Armutsfalle geworden.

Auch mit Blick auf die Langzeitarbeitslosigkeit sieht sich der IG BAU-Bezirksvorsitzende in seiner Kritik bestätigt. „Erklärtes Ziel der Reform war es, die Langzeitarbeitslosen aus dem Abseits zu holen. Das hat nicht geklappt.“ Als Beispiel nannte der IG BAU-Bezirksvorsitzende die Zahl der Dauerbezieher. „Zu Beginn dieses Jahres gab es in Münster mehr als 3.470 Arbeitslose, die 2 Jahre oder sogar länger von Hartz IV lebten. Das sind immerhin 58,5 Prozent aller arbeitssuchenden Hartz IV-Empfänger. Das zeigt, dass viele Arbeitslose vom Sozialgeld nicht mehr wegkommen“.

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