2012 - Neuer Westfalen-Chef der IG BAU

Neuer Westfalen-Chef der IG BAU

Carsten Burckhardt macht Land und Kommunen Mut zum „Konjunkturmotor Bau“


10.02.2012
„Oberster Mann vom Bau“: Carsten Burckhardt steht an der Spitze der IG Bauen-Agrar-Umwelt in Westfalen. Als neuer Regionalleiter vertritt der 39-Jährige ab jetzt die Interessen von mehr als 40.000 Gewerkschaftsmitgliedern – vom Dachdecker, Maurer und Maler über die Gebäudereinigerin und Floristin bis zum Förster, Umwelttechniker und Gärtner. Burckhardt koordiniert die fünf IG BAU-Bezirksverbände Westfalen-Mitte-Süd, Bochum-Dortmund, Emscher-Lippe-Aa, Münster-Rheine und Ostwestfalen-Lippe. Zuvor war er „Orga-Chef“ in der Gewerkschaftszentrale: Burckhardt leitete die Abteilung Organisationspolitik im IG BAU-Bundesvorstand. Im Anschluss daran wechselte er nach Westfalen – zunächst als Vize-Regionalleiter.

Zu den Aufgaben Burckhardts gehört das Verhandeln am Tariftisch mit Arbeitgebern in Nordrhein-Westfalen. Auch ein kurzer Draht zur Politik bestimmt sein Alltagsgeschäft: „Die Stimme der IG BAU muss im Landtag und im Bundestag deutlich zu hören sein“, so Burckhardt. Gerade bei arbeits- und sozialpolitischen Themen werde die IG BAU „ein gewichtiges Wort mitreden“, versichert der Westfalen-Chef der viertgrößten DGB-Einzelgewerkschaft.

Im Visier hat er dabei vor allem die Altersarmut: „Mini-Jobs von heute sind das Übel für Armut im Alter von morgen. Wer sich mit 400-Euro-Jobs oder prekärer Beschäftigung über Wasser halten muss, der hat keine Chance, für ein Rentenpolster zu sorgen, das im Alter zum Leben reicht. Das gleiche gilt für Menschen, die körperlich kaputt sind und deswegen nicht bis zur Rente durchhalten“, sagt Carsten Burckhardt. Der Kampf gegen Altersarmut und gegen die Rente mit 67 wird mit Blick auf die Bundestagswahl im kommenden Jahr Schwerpunkt der politischen Arbeit der IG BAU Westfalen in den nächsten Monaten sein.

Darüber hinaus, so Burckhardt, drücke noch ein anderes Thema – die Auftragslage am Bau: „Wir müssen der Landesregierung und den Kommunen Mut machen, stärker in öffentliche Bauvorhaben zu investieren. Vom Kanalnetz über den Straßenbau bis zur energetischen Gebäudesanierung liegt einiges im Argen.“ Jeder hier investierte Euro helfe, Arbeitsplätze in Nordrhein-Westfalen zu sichern und zu schaffen. Die öffentlichen Auftraggeber müssten den Bau als „starken Motor der Binnenkonjunktur neu entdecken“. Insbesondere das nordrhein-westfälische Handwerk werde hiervon profitieren.

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