2012 - Problem Altersarmut in Münster

Problem Altersarmut in Münster

2.720 Senioren in Münster arbeiten in einem Mini-Job


Münster, 09.02.2012
Armut im Alter: Immer mehr ältere Menschen in Münster brauchen einen Nebenjob – obwohl sie schon im Rentenalter sind. Darauf hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt hingewiesen. Nach Angaben der Gewerkschaft waren am Ende des ersten Quartals in diesem Jahr insgesamt 2.715 Senioren in Münster als Mini-Jobber beschäftigt. Damit stieg die Zahl der Senioren-Jobber in den vergangenen acht Jahren um 28 Prozent. 2003 wurden die Daten erstmalig erhoben[1].

 

„Die wenigsten Senioren jobben, weil ihnen das eine willkommene Abwechslung im Rentenalltag bringt. Die allermeisten müssen allerdings arbeiten, weil sie von ihrer Rente alleine sonst nicht leben können. Glück hat, wer beides verbinden kann“, so Wolfgang Berkes.


Der Bezirksvorsitzende der IG BAU Münster-Rheine macht einen Trend aus: „Immer weniger Menschen in Münster schaffen es, sich nach einem langen Berufsleben tatsächlich zur Ruhe zu setzen. Statt wohlverdientem ‚Rentenabend’ droht immer mehr Senioren der Fall in die Altersarmut“, so Berkes. Der Gewerkschafter sieht sich durch die steigenden Zahlen der Senioren-Jobber in seiner Forderung nach einer „armutsfesten, gesetzlichen Rentenversicherung“ bestätigt.


Besonders groß ist das Risiko von Altersarmut nach Ansicht der IG BAU bei Geringverdienern. „Wer sein Leben lang für einen Niedriglohn gearbeitet hat, wird auch im Alter jeden Cent zweimal umdrehen müssen. Das wird morgen die treffen, die heute in Münster nur mit einem geringen Stundenlohn, mit Zeitarbeit oder mit Mini-Jobs über die Runden kommen. Wir müssen den Dumpinglöhnen, der Leiharbeit und dem Wildwuchs bei befristeten Jobs den Garaus machen“, so Berkes.

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