2014 - Sven Bönnemann ist neuer Vize-Chef der IG BAU Westfalen

Sven Bönnemann ist neuer Vize-Chef der IG BAU Westfalen


24.03.2014
Sven Bönnemann heißt der neue Vize der IG BAU Westfalen. Als stellvertretender Regionalleiter komplettiert er die Führungsriege der viertgrößten DGB-Einzel-Gewerkschaft mit Sitz in Dortmund. Er vertritt damit gemeinsam mit Regionalleiter Bodo Matthey, der im vergangenen Jahr an die Spitze der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt in Westfalen gerückt ist, die Interessen von mehr als 40.000 IG BAU-Mitgliedern in der Region. Zu ihnen zählen neben Dachdeckern, Maurern, Malern und Gebäudereinigerinnen auch Floristinnen, Forstbeschäftigte, Umwelttechniker und Gärtner. Gemeinsame Aufgabe wird die Koordination der fünf IG BAU-Bezirksverbände Westfalen-Mitte-Süd, Bochum-Dortmund, Emscher-Lippe-Aa, Münster-Rheine sowie Ostwestfalen-Lippe sein.

„Ich möchte die Region nach vorne bringen und zeigen, dass die IG BAU eine wirkungsvolle und starke Interessensvertretung der Arbeitnehmer gegenüber den Arbeitgebern ist“, beschreibt der 46-Jährige seine Ziele.

Nach seiner Ausbildung als Bergmechaniker hat Sven Bönnemann ein Jahr in der Zeche General Blumenthal in Recklinghausen unter Tage gearbeitet, bevor er 1989 zum Bau wechselte. Seit 1993 gehört er der IG BAU an. Durch seine Erfahrungen auf den Baustellen und seine langjährige Tätigkeit als Branchensekretär für das westfälische Bauhauptgewerbe ist dieser Bereich auch einer seiner Schwerpunkte. So begleitet er auch aktiv die laufenden Tarifverhandlungen im Bauhauptgewerbe. „Ich trage die Beschlüsse der Bundestarifkommission nun auch in die Region und unterstütze die Kollegen mit Aktionen auf den Baustellen“, so der neue Vize-Regionalleiter. Als „heißes politisches Eisen“ schätzt Bönnemann den Missbrauch bei Werkverträgen an: „Gerade auf den Baustellen verbirgt sich hinter einem Werkvertrag oft versteckte Leiharbeit.“

Viele Jahre war der gebürtige Herner in der Jugend- und Berufsschularbeit des Bezirksverbands Bochum-Dortmund tätig. Diese Arbeit will er auch weiterhin unterstützen. „Ich erkläre den Berufsschülern die Bedeutung der Gewerkschaften, von der Entstehung eines Tarifvertrags bis zu den Betriebsratswahlen“, so Bönnemann.

Faire Arbeitsbedingungen solle es für alle geben, vom Azubi bis zum Rentner. „In allen Betrieben muss es angemessenen Lohn und gute Arbeitsbedingungen geben“, so Bönnemann. Es sei ein Unding, dass immer mehr Menschen zu „Aufstockern“ würden und Sozialleistungen beantragen müssten, da ihr Haupteinkommen zu gering ist. Dies gelte auch für die Renten. „Die Rente mit 63 Jahre ist der Weg in die richtige Richtung. Aber insgesamt muss das Rentenniveau noch angehoben werden. Es darf nicht sein, dass jemand nach einem Leben harter Arbeit von seiner Rente nicht leben kann“, sagt der Gewerkschafter.

Seiner Region und den Menschen, die hier leben, ist der „Junge aus dem Revier“ immer treu geblieben. Bis vor zwei Jahren lebte er immer noch in Herne, nun ist er mit seiner Familie ins benachbarte Recklinghausen gezogen. Sven Bönnemann ist verheiratet und Vater von Zwillingen. Seine beiden Jungs spielen mit 18 Jahren immer noch begeistert Fußball im Verein in Herne und sind, ganz wie der Vater, Dortmund-Fans. Zum selber Fußball spielen reicht die Zeit für Sven Bönnemann kaum, doch am Spielfeldrand ist er dann immer dabei.

4stats