2012 - Tag der Gebäudereinigung: „Wildwuchs bei 400-Euro-Jobs in Münster“

Tag der Gebäudereinigung: „Wildwuchs bei 400-Euro-Jobs in Münster“

Mini-Jobber ab ersten Euro in Sozialversicherung aufnehmen


Münster, 14.06.2012
Keine Beschäftigungsverhältnisse „2. Klasse“: Zum „Tag der Gebäudereinigung“ am Freitag (15. Juni) hat die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt vor einem „Wildwuchs“ bei befristeten Arbeitsverhältnissen und bei Mini-Jobs gewarnt. Auch in Münster seien insbesondere in der Gebäudereinigerbranche Jobs auf Zeit und Beschäftigungen auf 400-Euro-Basis mittlerweile eher die Regel als die Ausnahme.

„Leidtragende sind in erster Linie Frauen – und das vor allem mit Blick auf die Altersversorgung. Egal ob Jobs mit ständigen Unterbrechungen der Beschäftigungszeiten oder Mini-Jobs – für die meisten Beschäftigten ist Altersarmut vorprogrammiert“, sagt der Bezirksvorsitzende der IG BAU Münster-Rheine, Wolfgang Berkes.

Insbesondere die fehlende eigenständige soziale Absicherung der geringfügig Beschäftigten sei ein Skandal. Berkes: „Beschäftigte im Mini-Job haben keinerlei Ansprüche in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Und in der Regel auch keine in der Rentenversicherung. 400-Euro-Kräfte sind somit billige Arbeitskräfte. Und das nutzen Unternehmen oft schamlos aus.“

Vor diesem Hintergrund sprach sich der IG BAU-Bezirksvorsitzende dafür aus, geringfügig Beschäftigte ab dem ersten Euro in den Sozialversicherungsschutz mit einzubeziehen. Die Beiträge dazu sollten bei einem geringen Monatseinkommen komplett vom Arbeitgeber übernommen werden. Die Gebäudereiniger-Gewerkschaft fordert zudem, die Befristungen von Arbeitsverhältnissen zu begrenzen. Die Rahmenbedingungen für Kurzzeit-Jobs müssten restriktiver geregelt werden.

Zum „Tag der Gebäudereinigung“ rief der IG BAU-Bezirksvorsitzende die Unternehmen der Branche in Münster zu einem „Fair Play“ im Umgang mit den Beschäftigten auf: „Es muss Schluss damit sein, dass den Reinigungskräften die Angst um den Job ständig im Nacken sitzt. Das ist eine einzige Zitterpartie sind“, so Wolfgang Berkes.

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