2015 - Wohn-Prognose: Münster braucht6.960 neue Wohnungen bis 2020

Wohn-Prognose: Münster braucht6.960 neue Wohnungen bis 2020

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung


Münster, 21.05.2015
Wohn-Prognose warnt vor Stillstand: In den kommenden fünf Jahren müssen in Münster rund 6.960 neue Wohnungen gebaut werden. Darauf hat die
IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hingewiesen. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf neueste Zahlen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Allein in diesem Jahr werden demnach etwa 1.250 zusätzliche Wohnungen in Münster gebraucht.

„Bei vielen Altbauten – gerade aus der Nachkriegszeit – lohnt sich eine Sanierung wirtschaftlich kaum noch. Damit fallen nach und nach immer mehr Wohnungen weg. Gleichzeitig kommen mehr Zuwanderer zu uns“, sagt Wolfgang Berkes, Bezirksvorsitzender der IG BAU Münster-Rheine. Außerdem gebe es einen starken Trend zu Ein-Personen-Haushalten. „All das lässt den Bedarf an neuem Wohnraum in Münster steigen“, so Berkes.

Die IG BAU Münster-Rheine fordert, beim Neubau besonders den bezahlbaren Wohnraum im Blick zu haben. „Wir brauchen in Münster mehr Wohnungen für Normal- und Geringverdiener. Außerdem gibt es einen enormen Mangel an altersgerechten Wohnungen. Auch das Angebot bei Sozialwohnungen ist schon seit langem mehr als dürftig. Selbst wer einen Wohnberechtigungsschein hat, hat oft kaum eine Chance, auch tatsächlich eine Sozialwohnung zu bekommen“, sagt Wolfgang Berkes. Diese Situation könne sich bei weiter steigenden Flüchtlingszahlen bald zuspitzen. Hier seien der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen gefordert, so der IG BAU-Bezirkschef.

Für seine Prognose zum zusätzlichen Wohnraumbedarf hat das BBSR unter anderem den aktuellen Wohnungsmarkt, die Bevölkerungsentwicklung und die Alterung der Wohngebäude berücksichtigt. Für die IG BAU ist das Fazit klar: „Mit dieser Studie liegen die Fakten auf dem Tisch. Für den Neubau bezahlbarer Wohnungen in Münster müssen jetzt die Weichen gestellt werden. Dafür brauchen wir auch mehr steuerliche Anreize und weniger Bürokratie rund um den Bau“, so Berkes.

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