IG BAU Münster-Rheine aktuell


Münsteraner Zoll: Baufirmen brachten Staat um 680.000 Euro

Mehr Kontrollen auf Baustellen in Münster gefordert


Münster, 22.11.2018
IG BAU legt Bilanz für erstes Halbjahr 2018 vor

Schwarzarbeit und Lohn-Prellerei auf der Spur: Beamte des Zolls sollen die 137 Bauunternehmen in Münster noch häufiger auf illegale Machenschaften überprüfen. Das hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit Blick auf neue Zahlen des Bundesfinanzministeriums gefordert.

Danach deckten Kontrolleure bei Firmen im Bereich des Hauptzollamts Münster in den ersten sechs Monaten dieses Jahres einen Schaden von 3,6 Millionen Euro wegen nicht gezahlter Steuern und Sozialabgaben auf. Ein Großteil des Betrugs betraf das Baugewerbe: Allein in der Baubranche entgingen dem Staat 680.000 Euro.
Die Zahlen gehen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Bundestagsabgeordneten Beate Müller-Gemmeke (Grüne) hervor. Für Detlev Hopp von der IG BAU Münster-Rheine steht fest: „Die Bauwirtschaft bleibt im Branchenvergleich ein Hotspot krimineller Energie.“ Insbesondere Beschäftigte aus Osteuropa würden häufig um den Lohn gebracht, der ihnen zustehe. Am Ende komme das den Steuerzahler teuer zu stehen. „Bei Schwarzarbeit und Mindestlohnverstößen geht dem Staat richtig Geld verloren: Steuern und Sozialabgaben – also Beiträge, die der Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung fehlen“, macht Hopp deutlich.

Schwarze Schafe gebe es immer wieder. Die Zöllner müssten daher auch Baustellen in Münster stärker in den Blick nehmen, so der Gewerkschafter. Die IG BAU fordert bundesweit mindestens 10.000 Beamte für die Finanzkontrolle Schwarzarbeit beim Zoll. Zuletzt hatte die Einheit lediglich rund 7.200 Mitarbeiter.

Nach Angaben des Finanzministeriums kontrollierte das Hauptzollamt Münster in seinem gesamten Zuständigkeitsbereich im ersten Halbjahr insgesamt 545 Arbeitgeber – 22 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Unter ihnen waren 165 Baufirmen. In deren Branche verhängten die Zöllner Bußgelder in Höhe von 90.000 Euro und leiteten 18 Ermittlungsverfahren ein.

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