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Blumen- und Pflanzenmarkt boomt: Floristinnen in Münster sollen profitieren

IG BAU kritisiert Niedriglöhne in der Floristik | 150 Beschäftigte in der Stadt

floristin
02.06.2021 09:45:00
Presse

Gartenmärkte und Blumengeschäfte erleben in der Pandemie einen Ansturm – doch wer
Sträuße bindet und Pflanzen pflegt, arbeitet in Münster meist zu Niedriglöhnen. „In der
Floristik liegt der Stundenlohn für gelernte Kräfte gerade einmal bei 11,27 Euro pro
Stunde. Von solchen Einkommen lässt sich kaum leben“, kritisiert Detlev Hopp,
Bezirksvorsitzender der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Münster-Rheine. Der
Gewerkschafter fordert für die Beschäftigten deutlich mehr Geld. In der Branche
arbeiteten überwiegend Frauen, für die die geringe Bezahlung zum Armutsrisiko werde.
Nach Angaben der Arbeitsagentur zählt die Floristik in Münster rund 150 Beschäftigte.

 

„In der Corona-Zeit kaufen mehr Menschen als sonst Blumen, Topfpflanzen oder Deko,
um es sich zuhause schön zu machen“, betont Hopp. Insbesondere die Gartencenter
hätten Rekordumsätze gemacht, wovon auch der Blumenhandel profitiere. Im Mai, dem
traditionell umsatzstärksten Monat der Branche, verzeichneten die Gartencenter laut
Statistischem Bundesamt 2020 einen Umsatzanstieg von 11,2 Prozent gegenüber dem
Vorjahresmonat. Zu den Gewinnern zähle auch der größte Player der Branche, Blumen
Risse, der mit vielen Standorten in Nordrhein-Westfalen vertreten sei. Die Firmen
ignorierten die gute Wirtschaftslage aber bislang – und zogen einen Tarifabschluss für die
Branche im Dezember vergangenen Jahres überraschend zurück. Danach sollten die
Einkommen ab Februar um drei Prozent steigen. Für Azubis sah die Einigung ein Plus von
30 Euro pro Monat vor.

Die Gewerkschaft ruft den Fachverband Deutscher Floristen (FDF) dazu auf, an den
Verhandlungstisch zurückzukehren. Der bereits gefundene Kompromiss sei ein wichtiger
Schritt für die Floristik heraus aus dem Niedriglohnsektor. Mittelfristig müsse sich die
Bezahlung aber noch deutlich verbessern, fordert die IG BAU – „sonst finden
Blumenläden & Co. bald kein Personal mehr.“